Preisträger 2019 | Kommunikationsdesign | School is out

Young Professional 2019 in der Kategorie: Kommunikationsdesign

School is out

Eingereicht von Vanessa Wälzer




Entstanden in der Masterarbeit „School is Out“ ist das Konzept „HackMag“. Der digitale Service ermöglicht Lernenden der Sekundarstufe 1 und Lehrenden eine zeitgemäße Medienbildung: Die vermittelt eine App durch die fiktive HackerIn „Mag“. Die hilfsbereite Digitalexpertin löst mit Lernenden Aufgaben rund ums Smartphone, zeigt, wie sichere Passwörter lauten und wie man in den Einstellungen Herr über sein Gerät wird. So verbessern Lernende ihre Smartphonekompetenzen und werden über Nutzen und Tücken moderner Medien aufgeklärt. Lehrenden hilft das Konzept als anpassbares Tool bei der Integration von Medienbildung in die Rahmenlehrpläne und zur Betreuung während des Unterrichts.

Es besteht aus einer Website, App und einem Unterrichtsleitfaden. Die Website dient zur Unterrichtsplanung – hier können LehrerInnen ihren Unterricht zeitlich, thematisch und den Fähigkeiten der SchülerInnen anpassen. Anhand der Eingaben generiert die Website ein Lernpaket. Dessen Begleitmaterial können Lehrende im Browser downloaden. Überdies berücksichtigt die Anwendung auch Datenschutzfragen: Zur Unterrichtseinbindung stellt die Website je Paket einen Aktivierungscode bereit, der die Geräte mit dem jeweiligen Lernpaket verbindet – und braucht so keine personenbezogenen Daten. Eingedenk der Infrastrukturlage setzt die App auf das „Bring Your Own Device“-Prinzip: Lernende und Lehrende nutzen für die Anwendung eigene Geräte. Fehlen die, springen beispielsweise Medienkompetenzzentren mit Leihgaben ein.

Smartphones und Themen kommen und gehen, „HackMag“ bleibt. Die Anwendung ist von Endgeräten unabhängig. Installierbar auf den meisten Geräten ist das Konzept flexibel, denn auch Inhalte können immer redaktionell angepasst werden. So kann „HackMag“ Neuerungen in Kultur und Gesellschaft aufgreifen und didaktisch verarbeiten – und sorgt so für nachhaltige Relevanz. Auf der Sachebene ist diese Nachhaltigkeit noch klarer: Neuanschaffungen sind unnötig, denn das Konzept nutzt bestehende Geräte, Wifi und mobiles Internet.

Trotz der technischen Entwicklungen der vergangen Dekade dominieren an Schulen konventionelle Lehrmittel. „HackMag“ stellt eine innovative Alternative dar: Es kombiniert die Potentiale von Smartphone, Vernetzung und Design zum zeitgemäßen Lehrmittel. Das muss nicht bestellt werden, sondern ist zügig verfügbar, unabhängig von Standort der Schule, kann zu beliebigen Tageszeiten eingerichtet werden und bedeutet für die Beteiligten neue Lernerfahrungen.

Damit das Lernen leicht fällt, macht sich „HackMag“ die Lieblings-Apps von Lernenden zunutze: Angelehnt an WhatsApp, Instagram & Co. verwendet es bekannte Interface-Aufteilungen und Symbole. Das vereinfacht den Zugang zur App und sorgt für Lerneffekte, die nicht von Handhabungsproblemen blockiert werden. Durch die visuelle Nähe zu populären Apps und Websites positioniert sich das Konzept außerdem abseits typischer Schulmaterialien – als Statement für neues Lernen.

Unterrichtsgestaltung braucht Zeit. Die ist oft Mangelware bei Lehrenden, die zusätzlich zum Rahmenplan nun noch die Medienbildung vorbereiten sollen. Auch fehlt es an Fortbildungen, die LehrerInnen hierfür ausbilden. Hier kann „HackMag“ Abhilfe schaffen: Die Planungshilfe der Website generiert zügig Lernpakete. Zusatzmaterial hilft Lehrenden sich zu vielen Themen rund ums Smartphone fort zu bilden. Lernende kommen so leichter zu ihrem Recht auf Medienbildung. Dank des einstellbaren Schwierigkeits- und Themenumfangs spricht die App auch möglichst viele Lernende an.

Das Schwierigste ist geschafft: Von der Idee zum getesteten Konzept ist „HackMag“ gereift. Jetzt muss programmiert und vermarktet werden. Hierfür ist der der Standort Brandenburg/Berlin günstig: Beide Länder fördern die Digitalwirtschaft und sind schon lange Heimat von Kreativ-, EDV- und Presse-Ressourcen. Wirtschaftlich fällt ein gesellschaftlich relevantes Konzept wie „HackMag“ auf fruchtbaren Boden. Nicht nur wären Fördermittel eine Möglichkeit zur Realisierung – im Vergleich zum Mehrwert kompakt produzierbar, besitzt die Anwendung einen ökonomischen Vorteil gegenüber anderen Waren. Nicht zuletzt bedeutet seine inhaltliche Eigenständigkeit einen Vermarktungsvorteil.

„HackMag“ steht für modernen Medienunterricht und ist ein Plädoyer für zeitgemäße Lehrformate. Durch die direkte Einbindung neuer Medien, digitaler Infrastruktur und als Brücke zwischen denen und der Zielgruppe, zeigt „HackMag“, wie das aussehen kann. Das Design bedient dafür vielfältiger Farbpaletten, Icons und Buttons und Textfeldern für eine visuellen Diversität, die zum Symbol wird: Das Konzept ist für alle, die Medienkompetenz lernen wollen. Ziel ist, die Teilhabe an der Kulturtechniken zu ermöglichen. Ein Gefühl, das sich durch die Nutzerfreundlichkeit und den Look, abseits von Rollenklischees, einstellen soll.