Preisträger 2019 | Digital Services | Kolula SUP

1. Platz 2019 in der Kategorie Digital Services

Kolula SUP

Eingereicht von Christian Rühlmann für „Raw Paradise“ Christian Rühlmann & Moritz Wussow Gbr., Trebbin


https://www.youtube.com/watch?v=BdubR-3kEDk



Zukunftsfähigkeit
‚Everything as a service‘ und ‚everything on demand‘ sind zwei der großen Trends der heutigen Zeit. Dieses Projekt exploriert, inwieweit dies auf den Wassersport und Sporttourismus angewendet werden kann. In Perspektive sind sogar veränderte Geschäftsmodelle von Board-Herstellern denkbar. Kunden könnten einen subscription-plan abschließen, und überall auf der Welt an Leihstationen ein Board ausleihen. Das eigene Board müsste nicht mehr aufwändig transportiert werden oder auch gar nicht erst produziert werden, da sich mehr Menschen weniger Boards teilen könnten. Insofern ist dieses Projekt Teil einer Marktentwicklung, die gerade in den Kinderschuhen steckt.

Gestaltungsqualität
Seitens der Auftraggeber wurde ein vielfältiges Anforderungsprofil an das Projekt gestellt. Die Verleihstationen sollten mit einem PKW Anhänger transportiert werden können, auf eigenen Rädern über Wiesen geschoben werden können, Einbruchs- und Vandalismussicher sein, langlebig, stabil und zeitgemäß gestaltet sein. Es sollten 12 Boards pro Station untergebracht werden, bei einem möglichst kleinen Volumen der Station. Das Produktionsbudget pro Verleihstation betrug 10.000€. Das von uns ausgearbeitete Konzept erfüllt alle diese Anforderungen und setzt mit der Front besondere Akzente in der Gestaltung. Die gestalterische Qualität geht somit weit über den formalen ersten Eindruck hinaus.

Innovationsgehalt
Übetragung des on-demand Geschäftsmodells auf den Wassersport, woraus sich neue Möglichkeiten für Tourismus und Wirtschaft eröffnen

Gebrauchswert/Funktionalität
Im Sinne des human centered Design wurde besonders auf die Ergonomie und Nutzbarkeit geachtet, im Logistikprozess ebenso wie im Kundengebrauch.

technische und formale Eigenständigkeit
Die Verleihautomaten sind von Grund auf neu konzeptioniert und konstruiert worden, ausgenommen des Schließsystems. Formal wurde durch die Kombination von präzise verarbeitetem Aluminium, natürlich warmen Holz und satten tropischen Farben eine Brücke zwischen naturverbundener Surfromantik und modernen Technologien und Services geschaffen. Besondere Eigenheiten wie die T-förmigen Türen unterstreichen die Eigenständigkeit des Produktes.

Realisierbarkeit
Die Produktion der ersten sieben Prototypen liegt in den letzten Zügen, Launch ist Ende April.

Nachhaltigkeit
Das Thema Nachhaltigkeit ist schwer in Gänze zu erfassen/beurteilen. Die Grundstruktur bspw. ist aus Aluminium gefertigt, welches als Material erst einmal nicht sehr nachhaltig ist. Betrachtet man die Beständigkeit und Festigkeit des Materials wird man feststellen, dass das Produkt durch den Einsatz von Aluminium eine deutlich gesteigerte Lebensspanne hat. Eine Holzkonstruktion bspw. würde bei mehrfachem Transport an Stabilität verlieren, Schrauben würden ausreißen und der Automat wäre in Folge schnell instabil. Holz müsste mit Holzschutzmitteln behandelt werden, welche von Umwelteinflüssen abgetragen und in die Natur gelangen würden. Stahl müsste zum Korrosionsschutz mit Lack geschützt werden. Lack wiederum ist eine große Quelle von Mikroplastik. Unterm Strich ist der Einsatz von Aluminium an dieser Stelle eine gute Wahl, da es extrem wartungsarm eine hohe Lebensdauer des Produktes ermöglicht.

Das Produkt ist mit den Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft im Hinterkopf entwickelt worden. Es ist modular aufgebaut (Türen, Innenleben, Rahmen und Verkleidung sind getrennte Einheiten), sodass defekte Teile ausgetauscht werden können. Außerdem wurde explizit darauf geachtet, dass das Produkt mit geringem Aufwand komplett stofflich getrennt werden kann. So können die einzelnen Baustoffe den jeweiligen Recyclingkreisläufen zugeführt werden.

In der Funktion bietet das Produkt einen weiteren Zugang zum Thema Nachhaltigkeit, es eröffnet die Möglichkeit, dass sich viele Menschen ein einzelnes Board teilen. Es ist nicht mehr nötig, dass Wassersportler*innen ein eigenes Brett besitzen und aufwändig (in der Regel per KFZ) transportieren müssen. Es genügt, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Rad zur nächsten Verleihstation zu fahren und das Brett nur für den benötigten Zeitraum zu nutzen, danach wird es durch den nächsten Nutzer weiter genutzt. Eine verringerte Produktion von SUP Boards könnte sich daraus ergeben.

Wirtschaftlichkeit
Die Entwicklung des Produktes wurde durch ILB Fördergelder gefördert, für die ein ausgearbeiteter Businessplan Voraussetzung sind. Es ist also davon auszugehen, dass dem Projekt eine wirtschaftliche Rentabilität zugrunde liegt.

Mit dem Projekt könnte ein neuer Pull-Faktor für periphere Räume geschaffen werden, da der Zugang zum Wassersport im ländlichen Raum stark erleichtert wird. Besonders Regionen wie der Spreewald oder die Mecklemburgische Seenplatte werden um ein atrraktives Angebot bereichert, wovon die Regionen als Ganzes profitieren werden.

Kommunikationsleistung
„Wassersport wird zukunftsfähig“