Nominierungen 2019 | Kommunikationsdesign | Mückenatlas

Nominiert 2019 in der Kategorie: Kommunikationsdesign

Mückenatlas

Eingereicht von Arne Keunecke für Goldener Westen – Daniel Becker, Arne Keunecke und Toby Mory GbR



Mücken nerven: An lauschigen Sommerabenden am Wasser kommen sie angesummt, um Blut zu trinken und daraus eine Folgegeneration Plagegeister zu produzieren. Soweit, so störend. Allein: Obwohl in Deutschland die Malaria nicht existieren, können Mücken durchaus Vektoren für andere Krankheitserreger sein. Dabei wissen wir erschreckend wenig Präzises über Mücken: Wie viele Arten es genau gibt ist ebenso unbekannt wie deren Biologie und Verbreitungsgebiete.

Das Leibniz-Zentrum für Agrarlandforschung (kurz: ZALF) aus Müncheberg hat daher ein Projekt ins Leben gerufen,das hier ansetzt: Den Mückenatlas.

Das ZALF möchte wissen, welche Stechmückenarten wo in Deutschland vorkommen, ob diese Krankheitserreger weitergeben können und welche nicht-einheimischen Arten bereits hier verbreitet sind. Dazu benötigt das ZALF die Hilfe des ganzen Landes. Die Bürger sind aufgefordert, sich auf die Jagd zu machen: Nicht mit Lappen oder Fliegenklatsche, sondern dem Schraubglas oder Streichholzschachtel sollen die Mücken gefangen und schließlich an das ZALF geschickt werden. Das ZALF prüft jede Einsendung, und kurz darauf erhält man Post mit Informationen zur Biologie und Art der gefangenen Mücke. Dies informiert nicht nur Mücken-Fans über Biologie, sondern macht den wissenschaftlichen Prozess nachvollziehbar – für alle.

Die Ergebnisse werden ebenfalls nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen an ein Fachpublikum weitergegeben, sondern regelmäßig auf der Website präsentiert – beispielsweise lassen sich die Verbreitungsgebiete einer Stechmückenart über die Jahre interaktiv nachverfolgen.

Unsere Aufgabe als Agentur war es, dieses Projekt im Web präsentieren – also eine Plattform zu schaffen, auf der die meisten Interessierten zum ersten Mal von dem Projekt erfahren und zur Partizipation animiert werden. Daher war es besonders wichtig, die Website einladend zu gestalten – die wichtigsten Informationen sind übersichtlich angeordnet und mit großflächigen Illustrationen aufbereitet. Weitere Grafiken erklären die Schritte zur Teilnahme, und ein prominent platzierter Counter zeigt die bisherige Anzahl der Einsendungen. Dieser motiviert nicht nur – er gibt auch darüber Auskunft, dass das Projekt funktioniert.

Mit aktuell 22.507 Einsendungen ist es eines der größten Citizen Science-Projekte Europas.